Manuka-Honig – Was macht ihn so besonders?

Kennen Sie eigentlich die positiven Wirkungen von Manuka Honig? Der Name Manuka stammt von einem ausschließlich in Australien und Neuseeland beheimateten Myrtengewächs, das mit dem Teebaum, der Gewürznelke und dem Eukalyptus verwandt ist. Es zeichnet sich durch seine Anspruchslosigkeit und Widerstandsfähigkeit aus und besiedelte als Pionierpflanze sehr schnell sehr große Flächen.

Ein Umstand, der den ersten eingewanderten Farmern alles andere als recht war und sie dazu veranlasste, die Manuka häufig mehr als nur einen Kopf kürzer zu machen. Doch die Pflanzen haben ein gewisses Maß an Glück gehabt: Denn mit den Neusiedlern des Jahres 1839 kam auch die europäische Honigbiene nach Neuseeland – und inzwischen ist der Manuka-Honig, der sich aus dem blüteneigenen Nektar herstellen lässt, einer der gefragtesten neuseeländischen Exportartikel im Lebensmittelbereich.

Wobei der Honig – der Ehrlichkeit halber zugegeben – doch eine gewisse Anlaufzeit brauchte. Schließlich dienten die Pflanzen bis in die 1930er Jahre oft als Tierfutter und dem Maori-Wissen um die naturmedizinische Wirkung der Manuka wurde ebenfalls nicht viel Bedeutung beigemessen. Dann aber fiel auf, dass mit Manuka Honig gefütterte Kühe deutlich vitaler waren als ihre anders versorgten Artgenossinnen.

Genauere Beobachtungen wurden nun immer häufiger – und der Manuka-Honig geriet durch seine potenziellen antiviralen und -bakteriellen, entzündungshemmenden und wundheilenden Fähigkeiten immer mehr in den Interessensfokus von Medizinern und Pharmazeuten. Bleiben noch die Fragen, was er im Einzelnen alles kann, woran man hochwertige Varianten erkennt und worauf bei der Anwendung zu achten ist.

Wie erkenne ich echten Manuka-Honig?

Echter Manuka Honig stammt aus Neuseeland und ist möglichst sortenrein – d.h., die Bienen haben idealerweise nur an den Manuka-Blüten Nektar genascht. Außerdem sollten die Pflanzen aus wildem biologischem Anbau stammen und nicht mit Pestiziden o.ä. behandelt worden sein.

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Darüber hinaus stammt er idealerweise von bekannten und von Wissenschaftlern anerkannten Herstellern. Dabei sind vor allem die folgenden drei neuseeländische Unternehmen zu nennen:

  • Manuka Health: Diese Firma stellt neben dem genannten Spezial-Honig auch Gelee Royal und Propolis her. Ihre Produkte können über das Internet, aber auch in Reformhäusern und Apotheken bezogen werden.
  • Watson & Son, ein Familienunternehmen aus der Region Waipara, welches zusammen mit der neuseeländischen Regierung den Molan Gold Standard entwickelte- Dieser wird als offiziell anerkannte Echtheitsbeglaubigung genutzt.
  • Manukora, eine Firma, deren umfassende Produktpalette sich ausschließlich rund um den Manuka-Honig dreht.

Natürlich können Anbieter viel auf ihre Honiggläser schreiben, wenn der Tag lang ist – doch praktischerweise entgeht den aufmerksamen Augen von unabhängigen Laboren nichts. Aus diesem Grund sind das MGO- und das UMF-Siegel die aufschlussreichsten Hinweise, ob es sich um echten Manuka Honig handelt. MGO ist die Abkürzung des Hauptwirkstoffes Methylglyoxal. UMF bedeutet „Unique Manuka Factor“ und wird als Siegel ausschließlich in Neuseeland für regional erzeugten Honig vergeben. Der Vorteil von Honig mit einem oder beiden Siegeln: Nur, wenn das geprüfte Lebensmittel den Erwartungen der Labore entspricht, wird er entsprechend ausgezeichnet. Was deshalb besonders praktisch ist, weil auch andere Honigsorten Methylglyoxal beinhalten – aber nicht in den für Original-Manuka-Honig geforderten Mengen.

Was ist der beste Manuka Honig?

Wie bereits angedeutet, gilt bei Manuka-Honig: Je naturbelassener, desto besser. Je ungestörter echte Wildbienen ihre Pollen sammeln und verarbeiten können, desto teurer wird der Honig.

Bei der Frage, welcher Manuka Honig der beste ist, kommt es aber auch darauf an, welche MGO-Konzentration gefragt ist. Sehr gängige Mengenangaben für den regulären Hausgebrauch sind dabei MG0 100, MGO 250,  MG0 400 oder MGO 550. Dabei bezieht sich die Angabe auf die Methylglyoxal-Menge pro Kilogramm. In diesem Zusammenhang sind auch Top-Werte von gut 1.200 Milligramm pro Kilogramm möglich – entsprechender Honig ist aber dementsprechend auch teuer und ist sicherlich für manche Anwendungen auch nicht notwendig. Darüber hinaus schwankt der MGO-Gehalt in Abhängigkeit von Pflanzenstandort und -wachstum, sodass extrem hohe Werte deutlich seltener sind.

Generell lässt sich jedoch festhalten: Je oberflächlicher die Anwendung und die Beschwerden, desto eher lassen sich auch mit geringeren Dosierungen Behandlungserfolge erzielen.

Eins haben alle Manuka-Honige aber gemeinsam: Eine höhere MGO (Methylglyoxal)-Konzentration als ‚Standard-Honige‘, welches beim Abbau von Zucker entsteht. In Bezug auf die Honigproduktion durch die Bienen bedeutet das folgende Verlaufskette: Die Blüten der Manuka-Sträucher enthalten Dihydroxaceton (DHA), was nach dem Einsammeln des Nektars und das Verflüchtigen der Feuchtigkeit in der Bienenwabe zu MGO verwandelt wird. Dies geschieht aber erst im Laufe der Zeit unter Einsatz von diversen Proteinen und in Abhängigkeit von ganz bestimmten Temperaturen.

Der besondere Clou dabei: Insbesondere die Bakterienstämme Staphylococcus aureus und Escherichia coli reagieren hochgradig allergisch auf MGO. Positiv für Menschen, die unter Hautentzündungen, Muskelbeschwerden sowie Durchfall, Fieber oder sogar dem hämolytisch-urämischen Syndrom leiden, das lebensgefährliche Blutungen oder Nierenversagen nach sich ziehen kann.

Wofür ist Manuka-Honig gut?

Manuka-Honig zeichnet sich vor allem durch das bereits schon erwähnte MGO aus, enthält aber auch Vitamin B1 und B2, Vitamin C, diverse Mineralien und Spurenelemente (unter anderem Bor, Eisen, Calcium, Kalium, Magnesium, Mangan, oder Kalium), mehrere Enzyme und Aminosäuren und noch viele weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie den Neurotransmitter Acetylcholin.

Kein Wunder also, dass er nicht nur hervorragend antibakteriell wirkt, sondern auch

  • bei Entzündungen,
  • Haut- und Zahnfleischproblemen (unter anderem auch Warzen und Akne),
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • oder grippalen Effekten

eingesetzt werden kann.

Zu beachten ist allerdings, dass viel irgendwann nicht mehr viel hilft. Zwar sorgen die Inhaltsstoffe des Manuka Honigs zunächst dafür, dass die Bakterien aufgrund ihrer zerstörten Zellwände zunächst absterben. Bei häufigen Anwendungen des Honigs können sie aber gegen das Methylglyoxal zunehmend resistent werden – genau wie gegen andere Antibiotika auch. Aus diesem Grund bietet es sich an, Manuka Honig als das gesundheitliche Plus zu betrachten, was er nun einmal ist und ihn nicht einfach permanent auf das morgendliche Brot zu geben. Auch, wenn es bestimmt nicht schadet, dass er cremig-herzhaft und nicht so typisch süß schmeckt …

Ist Manuka Honig entzündungshemmend?

Ja – vor allem deshalb, weil er antibakteriell wirkt und damit geschickt größere Folgeinfektionen verhindert. In diesem Rahmen kann man sagen, dass das Bakterienwachstum im Wundinneren durch die im Honig befindlichen Methylglyoxal und Wasserstoffperoxid und ihre jeweiligen Verbindungen gehemmt wird. Was übrigens auch auf MRSA-Keine und multiresistente Bakterien zutrifft.

Wie genau diese Zerstörung vonstattengeht, ist noch nicht ganz eindeutig geklärt. Wahrscheinliche und viel diskutierte Optionen sind aber eine Zellwand-Zerstörung oder eine Deaktivierung der Bakterien-DNA.

Auf welche genaue Weise er zustande kommt, bleibe dahingestellt – nichtsdestotrotz scheint der Erfolg messbar zu sein: Eine Studie der University of Portsmouth ergab auf einer mit Manuka-Honig bestrichenen Oberfläche eine Bakterien-Reduktion um 70 % im Vergleich zu einer identischen, aber nicht mit Honig behandelten Fläche.

Und nicht nur das: Bei einer Behandlung mit Manuka profitiert man in Bezug auf Entzündungen und Bakterien auch von anderen, Honig typischerweise eigenen Eigenschaften: Es wird eine Schutzschicht an der Hautoberfläche gebildet, die das Eindringen weiterer Keime verhindert, das Wundmilieu erlangt einen niedrigen pH-Wert und bleibt feucht und nährstoffreich, Zucker regt die Wundsekret-Heilung an. Und das alles, ohne die Wunde zu verkleben. Kein Wunder, dass es sich bei Manuka-Honig um ein höchst interessantes Forschungsgebiet handelt.

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Wie soll man Manuka-Honig einnehmen?

Manuka-Honig eignet sich sowohl für innere als auch äußere Anwendungen. Wer ihn pur löffeln oder in Tee auflösen möchte, sollte darauf achten, dass dies am besten ½ Stunde vor oder nach der Einnahme von anderen Speisen oder Getränken geschieht, weil er dann am besten gegen Heiserkeit und Co. wirken kann. Wichtig: Der Honig sollte nicht unnötig erhitzt werden, damit er seine vielseitigen Inhaltsstoffe nicht verliert. MGO ist zwar ziemlich temperaturresistent, aber manch andere Vitamine und Nährstoffe sind es eben nicht.

In Bezug auf die äußere Anwendung sind seiner Flexibilität kaum Grenzen gesetzt. Gerade, wer mit trockenen, rissigen Lippen oder unreiner Haut zu tun hat, tut diesen mit ein bisschen aufgetupftem und einwirkendem Honig einen großen Gefallen. Wer möchte, kann aber auch zu speziellen Lippenstiften, Cremes, Masken, Seifen oder selbstgemachten Peelings greifen. Beim Einwirken-Lassen über Nacht ist es allerdings wichtig, größere Hautpartien abzudecken, damit es kein unschön-klebriges Erwachen auf Seiten der Bettwäsche gibt.

Bei der Behandlung von (größeren) offenen Wunden hingegen sollte vor der Anwendung mit einem Arzt gesprochen werden, inwiefern die Anwendung von Manuka-Honig sinnvoll ist oder ob nicht doch eine andere Behandlungstechnik besser erscheint. Denn letztlich ist es immer besser, einmal mehr als zu wenig an professioneller Stelle nachzuhaken.

Ist Manuka Honig für Kinder geeignet?

Wie bei anderem Honig auch, gilt für Manuka: Ja, aber nicht für Babys unter 12 Monaten.  Das liegt daran, dass es sich bei Manuka Honig ebenfalls um ein naturbelassenes Rohprodukt handelt, mit dessen Inhaltsstoffen (beispielsweise Botulismus-Bakterien) die Darmflora eines Babys noch nicht fertig wird. Ältere Kinder hingegen dürfen den Honig genauso wie Erwachsene konsumieren.

Etwas anders verhält es sich hingegen bei Foeten, die sich noch im Mutterleib befinden: Sie können durch Manuka Honig nicht gefährdet werden, weil der mütterliche Verdauungstrakt potenzielle Erreger abtötet, bevor es zu einem Nährstoff-Austausch mit dem entstehenden Kind kommt. Da Manuka Honig aber über einen hohen Methylglyoxal-Wert verfügt und deswegen als sehr förderlich für die Gesundheit betrachtet wird, sollten Schwangere durchaus den einen oder anderen Löffel davon naschen.

Eine Ausnahme bilden dabei jedoch Kinder und / oder Schwangere, die es mit Diabetes Typ I oder II zu tun haben: Bei einem Naturprodukt mit einem derartig hohen Fructose-Wert sollte aufgrund der potenziellen Verstoffwechslungsprobleme darauf geachtet werden, dass die Portion nicht zu groß ausfällt. Meist ist Manuka Honig aber immer noch empfehlenswerter als klassischer Kristallzucker – keine Frage.

Manuka Honig und seine positiven Eigenschaften
Manuka Honig und seine positiven Eigenschaften

Fazit: Ist Manuka-Honig wirklich so gesund?

Wenngleich Manuka-Honig als sehr gesund gilt, gibt es dennoch einige Fälle, in denen seine Anwendung eingeschränkt oder ausgesetzt werden sollte. Dies trifft insbesondere auf Menschen mit einem instabilen Immunsystem (wie es beispielsweise bei HIV der Fall ist) zu, weil das Naturprodukt unspezifische Körperreaktionen nach sich ziehen könnte. Auch wer prinzipiell allergisch oder mit Unverträglichkeiten auf Honig reagiert, ist bei der Einnahme und Anwendung von Manuka besser vorsichtig. Hierbei bilden allerdings alle Personen, die nur auf Bienengift reagieren, eine Ausnahme: Sie können den Honig problemlos einnehmen oder auftragen, da sich die Allergene ausschließlich im Gift befinden.

Etwas komplizierter ist es auch, ihn bei Diabetes auf großflächige Wunden direkt und in Reinform aufzutragen. Das hat angeblich zwar schon bei einigen Menschen hilfreich geklappt, bei anderen aber eine Verschlimmbesserung nach sich gezogen. Insofern wird es dringend empfohlen, vor entsprechenden Versuchen mit einem Mediziner zu sprechen und bei Bedarf spezielle medizinische Honigpräparate auf die angeratene Behandlungsart (nicht auf die Wunde, sondern auf den Verband geben) anwenden zu lassen.

Ein weiteres, zuweilen vorkommendes Problem stellen  Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall dar. Der Auslöser dafür: Der Manuka Honig reagiert mit der Magen-Darm-Flora und das MGO setzt Schad- und Entzündungsstoffe frei. Diese müssen den Körper wiederum durch den Verdauungstrakt passieren und das kann zwischenzeitlich etwas unschön sein, gibt sich meistens aber über kurze Sicht wieder.

Nichtsdestotrotz ist Manuka-Honig mit seinen Inhaltsstoffen und seinem großen gesundheitlichen Mehrwert in vielen Bereichen eine natürliche und interessante Ergänzung zu klassischen Schulmedikamenten. Wer wirklich sicher gehen möchte, dass er seinem Körper etwas Gutes tut, spricht vor manchen Anwendungsarten am besten noch einmal mit seinem Hausarzt oder Apotheker. Auf jeden Fall lässt sich jedoch festhalten, dass ein Löffel dieses ganz besonderen Honigs ab und an sicherlich nicht schaden wird.

Originally posted 2020-08-03 09:24:20. Republished by Blog Post Promoter

Christina Koch

Schon viele Jahre beschäftige ich mich mit dem Thema Sport und gesunde Ernährung. Da durfte das Thema Kochen natürlich nicht fehlen. Diesen Blog habe ich als Sammlung für Rezepte gestartet. Dazu gebe ich Euch viele Ratschläge zu häufig gestellten Fragen zum Thema Kochen und backen, Küchenmaschinen und Kochgeräten. Außerdem findet ihr die neuesten Trends zum Thema Ernährung, Küche & Lifestyle.

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