Vanille – Herkunft, Herstellung und Verwendung

Das zweit teuerste Gewürz der Welt für die süße Küche

Vanille ist das zweit-teuerste Gewürz der Welt und gehört erstaunlicherweise zur Gattung der Orchideengewächse. Damit ist Vanille die einzige Nutzpflanze unter den, sonst eher dekorativen, Orchideen. Die Vanille in Stangenform, also die Vanilleschote, wird auch gerne als Königin der Gewürze bezeichnet.

Gewonnen wird das Vanille Gewürz aus den fermentierten Kapselfrüchten, also den Schoten, nur weniger Arten der Orchideengattung “Vanilla”. Ca. 15 Vanille Arten, von 120 bekannten, wären geeignet, um daraus den aromatischen Vanilleextrakt zu gewinnen. Letztendlich sind es aber nur drei Vanille Orchideen, die kommerziell angebaut und genutzt werden:

  1. Gewürzvanille (Vanilla planifolia = Bourbonvanille)
  2. Tahiti-Vanille (Vanilla tahitensis)
  3. Guadeloupe-Vanille (Vanilla pompona)

Warum sind Vanille Speisen oft hellgelb?

In den meisten Fällen kommt die gelbliche Färbung leider von künstlich zugesetzten Lebensmittelfarbstoffen, um die Speisen schön aussehen zu lassen. Hat eine Vanille Speise einen natürliche gelbe Farbe, kommt dies von vielen zugesetzten Eiern und somit vom Eigelb.

Wo wächst die Vanille?

Man kann die Vanille Orchidee natürlich auch selber anbauen. Hierfür gilt es aber, die hohe Ansprüche der Orchidee zu erfüllen. Standort und Pflege erfordert einiges an Zeit und Liebe. Sie müssen der Orchideenpflanze einen tropisch warmen und feuchten Standort bieten, dessen Temperatur möglichst niemals unter 15 Grad fällt. Ohne ein Gewächshaus, wird der Anbau fast nicht möglich sein.

Ideale Bedingungen im Sommer sind 25 bis 28 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80%. Regelmäßiges Gießen und besprühen mit kalkfreiem Wasser (alle zwei bis drei Tage), und Düngergaben im Abstand von zwei Wochen in den Monaten März bis September, sind gute Voraussetzung, um eine schmackhafte Vanille selbst zu gewinnen.

Was ist echte Vanille?

Beim Kauf vermeintlich günstiger Vanille ist also Vorsicht geboten. Gern versuchen uns Teile der Lebensmittelindustrie hinters Licht zu führen und zu täuschen. Damit Lebensmittel & Süßspeisen wirklich günstig angeboten werden können, versucht man auf die teure, echte Vanille zu verzichten und sie durch wesentlich günstigeres, künstlich hergestelltes, Aroma zu ersetzen. Aus kaufmännischer Sicht ist das ja durchaus verständlich, aber der Verbraucher möchte echte Vanille haben, wenn auch Vanille auf der Zutatenliste steht.

Hier eine Forderung der Verbraucherzentrale:

Nach Auffassung der Verbraucherzentrale sollten Verbraucher mindestens natürliches Vanillearoma, Vanilleextrakt oder Zutaten wie gemahlene Vanilleschoten erwarten dürfen, wenn auf Verpackungen mit Abbildungen von Vanilleblüten oder -schoten geworben wird.

Sind die beworbenen Lebensmittel mit synthetischen Aromen oder Aroma aus anderen Naturstoffen versetzt, sollte darauf ausdrücklich und deutlich lesbar auf der Schauseite hingewiesen werden, beispielsweise mit dem Hinweis „aromatisiert“ oder „mit Aroma“.

Was ist Bourbon Vanille?

Leider ist auch hier im Bereich der Lebensmittel, wie z.B. Speiseeis, der Name Bourbon-Vanille kein Garant für hohe Qualität. Häufig wird nur wenig echte Bourbon-Vanille eingesetzt und beim Geschmack mit künstlichem Aroma nachgeholfen. Letztendlich weiß man nur, wenn man selbst eine Vanilleschote kauft und verwendet, wie viel Bourbon Vanille wirklich in einem Essen oder Lebensmittel steckt.

Was versteht man unter Vanillepulver?

Was ist Vanillemark?

Hierfür wird zunächst mit dem Messerrücken über die Schote gestrichen, um im Inneren das Vanillemark zu lösen. Dabei öffnet sich auch die Vanilleschote. Mit dem Messerrücken kratzt man dann das Vanillemark vorsichtig aus der Schote.

Hier eine kurze Anleitung zum Vanillemark auskratzen:

Ist die Vanille eine Orchidee?

Systematik der Vanille Orchidee
Gruppe: Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Vanilloideae
Tribus: Vanilleae
Gattung: Vanille

Wie schon weiter oben beschrieben, werden aber nur 3 der Orchideen auch wirklich zur Gewürzgewinnung kommerziell angebaut:

  1. Gewürzvanille (Vanilla planifolia), macht ca. 95 % der weltweiten Produktion aus. Die Gewürzvanille wird im Handel unter den Bezeichnungen Bourbon-Vanille oder mexikanische Vanille verkauft.
  2. Tahiti-Vanille (Vanilla tahitensis), die im südpazifischen Raum angebaut wird. Sie ist nah verwandt mit der Gewürzvanille, die Tahiti-Vanille beinhaltet aber weniger Vanillin, dafür  einen höheren Gehalt von sonstigen aromatischen Substanzen, die den Schoten ein blumiges Aroma schenken. Die Tahiti-Vanille wird insbesondere in der gehobenen Gastronomie verwendet.
  3. Die Guadeloupe-Vanille stammt aus Mittel- und Südamerika und wird heute hauptsächlich auf den Westindischen Inseln angebaut. Die Guadeloupe-Vanille verfügt über ähnliche aromatische Eigenschaften wie die Tahiti-Vanille, wird aber vorrangig in der Parfümherstellung verwendet.

Was ist Vanillin Zucker?

Vanillezucker kann man aber auch leicht und schnell selbst herstellen, so kann man ganz sicher gehen, dass man aromatischen Vanillezucker, ohne künstliches Aroma verwendet. Das Rezept verraten wir Euch noch später.

Ist Vanillepulver das gleiche wie Vanillezucker?

Definition Vanille enthalten Gehalt in %
Vanillepulver Gemahlene Vanille aus der am Stück gemahlenen Vanilleschote 100g/100g 100% Vanille
Vanille-Zucker Aus Saccharose (Zucker) und zerkleinerten Vanille-Schoten oder/und Vanille-Extrakt min. 6,25 Vanille-Schoten oder die Extraktivstoffe daraus auf 100g Vanille-Zucker min 6,25% Vanille
Vanillin-Zucker Vanillin-Zucker ist ein Vanille-Aroma, bestehend aus Saccharose (Zucker) und Vanillin min. 1,25g Vanillin auf 100g Vanillin-Zucker min 1,25% Vanillin

Was ist „Vanilleextrakt ersetzen“?

Wie viel kostet eine Vanilleschote?

Aktuelle Preise für Vanilleschoten überprüfen:

Quellen:

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/vanille-vanilla-und-vanillearoma-in-lebensmitteln-was-sind-die-unterschiede

 

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