Vegetarisch leben – Was gehört dazu?

Vegetarisch leben – Was gehört dazu? Beim Vegetarismus wird generell auf Nahrungsmittel verzichtet, die von getöteten Tieren stammen. Dies beinhaltet also den kompletten Verzicht auf Fleisch und Fleischprodukte..

Die Ernährung gehört zu jenen Themen, an denen kein Lebewesen vorbeikommt. Natürlich auch die Menschen nicht. Dabei ist anzunehmen, dass schon die Frühmenschen bei ihrer Ernährung einen Unterschied machten zwischen bloßer Nahrungsaufnahme und dem Genuss. Auch wurde die gemeinsame Nahrungsaufnahme zu einem Ritual, das die zwischenmenschliche Bindung innerhalb der Familie oder Gruppe stärkte.

Bis sich die Menschen Gedanken über die gesundheitliche Wirkung ihrer Nahrung machten, sollten allerdings noch einige Jahrhunderte vergehen. Mittlerweile weiß man sehr viel über diese Zusammenhänge. Hier liegt bereits der erste gute Grund für eine vegetarische Lebensweise.

Was ist Vegetarismus?

Beim Vegetarismus wird generell auf Nahrungsmittel verzichtet, die von getöteten Tieren stammen. Dies beinhaltet also den kompletten Verzicht auf Fleisch und Fleischprodukte, während etwa Eier, Honig oder Milch Teil der vegetarischen Ernährung sein können. Damit ist auch der Käse zumeist eine wesentliche Komponente im Vegetarismus.

Der Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten ist unter Vegetariern ein kontrovers diskutiertes Thema. Denn während nicht zuletzt durch die Kirche ein Unterschied zwischen Fisch und Fleisch definiert wurde (aus dem einige Vegetarier die Erlaubnis des Fischkonsums ableiten), verweisen andere auf den einleitenden Satz. Auch bei einem Fisch auf dem Teller handelt es sich zweifellos um ein getötetes Tier.

Aus diesem Grunde herrscht auch bei der Verwendung von Leder keine Einigkeit unter Vegetariern. Zwar könnte genutztes Leder theoretisch auch von Tieren stammen, die eines natürlichen Todes gestorben sind. In der Regel stammt das für Kleidung oder Mobiliar genutzte Leder allerdings von getöteten Nutztieren, was einigen Vegetariern ein Dorn im Auge ist.

Warum sollte man vegetarisch leben?

Der nach wie vor meistgenannte und wohl auch älteste Grund für ein Leben als Vegetarier liegt in den gesundheitlichen Aspekten. Diese ließen sich zwar in der Vergangenheit oft nur in Ansätzen erklären. Beobachtungen, dass eine fleischlose oder zumindest fleischarme Kost positiv für den menschlichen Organismus ist, wurden allerdings schon vor Jahrhunderten gemacht.

Seit jüngerer Vergangenheit ist es der Wissenschaft nun möglich, immer mehr dieser Zusammenhänge zu erklären. Vor allem stehen dabei die tierischen, meist gesättigten Fettsäuren im Fokus. Diese können sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System auswirken und stehen im Verdacht, diverse Krankheiten auszulösen oder zu begünstigen. Oft werden Gicht und Rheuma, aber auch verschiedene Krebserkrankungen in diesem Zusammenhang genannt.

Auch ist vielen Vegetariern der Tierschutz ein Herzensanliegen. Denn bekanntlich stammt das meiste hierzulande gegessene Fleisch nicht vom idyllischen Vorzeigebauernhof, sondern aus regelrechten Fleischfabriken. Tiere werden also lebend in zu kleinen Lastwagen durch halb Europa transportiert, dann in Fließbandarbeit geschlachtet und zerlegt und schließlich in die Supermärkte gebracht. Oft liegt das Fleisch dort dann in der obligatorischen Plastikverpackung zum Sonderangebot herum.

Bei vielen dieser Angebote kann man ganz offen von Fleisch aus der Qualzucht sprechen, denn nur die wenigsten zur späteren Schlachtung gehaltenen Nutztiere haben zuvor ein auch nur einigermaßen lebenswertes Leben. Zusätzlich zum Aspekt der Tierquälerei wird an dieser Stelle oft auch das Thema der Gesundheit angesprochen. Denn in vielen Großställen ist der Einsatz von Antibiotika eher die Regel denn die Ausnahme. Erwiesen ist auch: Fleisch von Tieren, die nicht artgerecht leben durften, schmeckt schlechter.

Unter dem Strich gibt es also zahlreiche Argumente für eine vegetarische Ernährungsweise.

Was bedeutet es, Vegetarier zu sein?

Was bedeutet es, Vegetarier zu sein
Was bedeutet es, Vegetarier zu sein

Da der Mensch prinzipiell als Gemischtköstler ausgelegt ist, war ein Leben als Vegetarier schon immer eine bewusste Entscheidung, für die jeder Einzelne ganz individuelle Gründe hat. Ob sich diese auf den gesundheitlichen Aspekt beziehen, auf das Tierwohl oder auf religiöse Ansichten: Niemand wird gezwungen, Vegetarier zu sein, sofern er denn keine Fleischallergie hat.

Genau deshalb kommt es aber immer wieder vor, dass Vegetarier schräg angeschaut werden und sich erklären müssen. Zwar ist ein gewisser Wandel erkennbar, sodass Vegetarier heute nicht mehr zwingend als spinnerte Genussverächter gelten. Trotzdem schwebt die Frage nach den persönlichen Beweggründen immer wieder mit im Raum. Manchmal sind es freilich auch die Vegetarier, die Fleischesser von den Vorteilen des Vegetarismus überzeugen wollen.

Immerhin hat man so ausreichend viel Gesprächsstoff – und gute Gründe für Kreativität. Denn Vegetarismus muss eben nicht bedeuten, dass man sich jeden Genuss verweigert und Karotten knabbern muss, während andere ihr saftiges Grillsteak noch einmal wenden. Viele vegetarische Lebensmittel sind so lecker, dass auch bekennende Fleischesser gerne zugreifen. Einige denken dabei auch gar nicht mehr darüber nach, dass sie sich für ein vegetarisches Gericht entschieden haben. Auch der finanzielle Aspekt spielt keine wichtige Rolle mehr: Leckere Fleischalternativen waren vor Jahren noch teurer als das „Original“, doch zwischenzeitlich haben sich die Preise weitgehend angeglichen.

In der Gastronomie sind rein vegetarische Lokale aber weiterhin die Ausnahme. Zwar kann man mittlerweile als Vegetarier sogar ins Steakhaus gehen und dort ein schmackhaftes, sättigendes Gericht serviert bekommen. Allerdings muss man auch danach immer etwas länger suchen.

Welche Formen des Vegetarismus gibt es?

Welche Formen des Vegetarismus gibt es
Welche Formen des Vegetarismus gibt es

Zuerst einmal gilt es, den Vegetarismus vom Veganismus abzugrenzen. Denn während Veganer keinerlei Produkte zu sich nehmen oder nutzen, die tierischen Ursprungs sind, haben die Vegetarier eine etwas andere Philosophie: Vegetarier konsumieren keine Produkte, bei deren Herstellung Tiere ihr Leben lassen mussten.

Konsens unter allen Vegetariern ist der komplette Verzicht auf Fleisch. Denn dafür müssen Tiere natürlich sterben, während es bei Milch, Eiern oder Honig ganz anders aussieht. Gerade diese Dinge stehen bei einer fleischlosen Kost oft weit oben auf dem Speiseplan.

Insbesondere bei Menschen, die ihren Vegetarismus aus einem religiösen Antrieb heraus leben, wird manchmal unterschieden zwischen Fisch und Fleisch. Denn bekanntlich haben die christlichen Kirchen schon vor Jahrhunderten einen klaren Trennstrich zwischen Fisch und Fleisch gezogen. Vegetarier, die sich aus ethischen Gründen für ihre Ernährungsweise entschieden haben, halten aber dagegen. Denn selbstverständlich muss auch der Fisch dafür getötet werden, dass er später neben den Bratkartoffeln auf dem Teller liegt.

Genau dies sind auch die Argumente, die bezüglich des Gebrauchs von Leder vorgebracht werden. Hat man sich aus rein gesundheitlichen Gründen für eine vegetarische Lebensweise entschieden, so wird man mit dem Gebrauch von Leder keine Probleme haben. Stellt man allerdings das Tierwohl in den Vordergrund, so wird man sich auch hier eher für ein Ersatzprodukt entscheiden. Kunstleder kann hier zum Beispiel eine gute Alternative darstellen.

Sogar bei Süßwaren schauen viele Vegetarier genau hin. Denn vor allem Weingummi enthält häufig Gelatine, die aus Tierknochen gewonnen wird. Zwar gibt es dazu inzwischen Alternativen, doch nach denen muss man immer etwas länger suchen.

In der Fachwelt werden Vegetarier in verschiedene Gruppen unterteilt, zwischen denen es Überschneidungen geben kann:

  • Gemäßigte Vegetarier essen zum Beispiel Saucen, die auf Fleischbasis hergestellt wurden, verzichten aber auf die Fleischeinlage selbst.
  • Teil-Vegetarier / Flexitarier sind Menschen, die nicht komplett fleischlos essen, aber meist auf fleischliche Kost verzichten können. Wenn sie Fleisch konsumieren, dann vor allem bewusst und qualitativ hochwertig.
  • Pisko-Vegetarier essen zwar kein Fleisch, greifen bei Fisch und Meeresfrüchten aber gerne zu.
  • Strenge Vegetarier sind nur schwer von den reinen Veganern zu unterscheiden. Sie verzichten nicht nur auf den Fleischgenuss, sondern lehnen den Konsum sämtlicher tierischer Lebensmittel und anderer Produkte ab.
  • Die in einem späteren Abschnitt beschriebenen Pudding-Vegetarier werden von der Fachwelt freilich nicht als solche bezeichnet.

Was können Vegetarier alles Essen?

Was können Vegetarier alles Essen
Was können Vegetarier alles Essen

Noch vor ein paar Jahrzehnten waren Vegetarier als spaßbefreite Kostverächter verschrien, die sich und anderen alles missgönnen, was irgendwie lecker sei. Ganz nach dem Motto: Das Essen muss gesund sein und satt machen. Tatsächlich dauerte es auch eine ganze Zeit, bis die Lebensmittelindustrie in der Lage war, fleischlose Ersatzprodukte herzustellen, die den Appetit auf Fleisch voll und ganz stillen können.

Allerdings besteht bekanntlich auch bei Fleischessern nicht die gesamte Ernährung aus tierischer Kost – von wenigen Ausnahmen einmal abgesehen. Wenn man genauer hinschaut, so erkennt man, dass sich die meisten Menschen vordergründig vegetarisch ernähren und das Fleisch eher einen Zusatz darstellt, aber nicht den Hauptanteil der Nahrung ausmacht. Statistiken zeigen sogar, dass der Fleischkonsum in Deutschland kontinuierlich sinkt.

Vegetarier müssen im Vergleich zu Fleischessern also ohnehin nur auf einen Teil der Lebensmittel verzichten. Obst, Gemüse, Pilze, Reis, Kartoffeln, Getreideprodukte, sogar Milch, Eier und Honig stehen ganz selbstverständlich auch auf den Speiseplänen von Vegetariern. Zahlreiche Vegetarier outen sich sogar als regelrechte Käsejunkies und entdecken in ihm eine tolle Fleischalternative.

Übrigens ist es ein Trugschluss, dass sich Vegetarier generell gesünder ernähren würden als Fleischesser. Denn eine gesunde Ernährung lässt sich natürlich nicht alleine durch den Verzicht auf tierische Lebensmittel erreichen. Und wer als Vegetarier vor allem bei Schokolade, Kartoffelchips, Pommes Frites, Veggie-Burgern und Pizza zugreift, der ernährt sich zwar fleischlos. Gleichzeitig erweist er seiner Gesundheit aber einen Bärendienst. Dann spricht man auch von einem Puddingvegetarier.

Was bedeutet der Begriff Puddingvegetarier?

Wie bereits angedeutet, leben Vegetarier keineswegs automatisch gesünder. Die sogenannten Puddingvegetarier etwa sind Menschen, die zwar komplett auf Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte verzichten, darüber hinaus aber wenig oder gar nicht auf ihre Ernährung achten. Für Puddingvegetarier steht auch nicht der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund, um sich fleischlos zu ernähren.

Hier sind es zumeist alleine ethische Überlegungen, manchmal auch unterstrichen durch die Haltungsbedingungen von Nutztieren, die jemanden zum Vegetarier werden lassen. Puddingvegetarier greifen dafür besonders gerne bei Chips, Süßigkeiten oder Fertigprodukten zu. In vielen Fällen führt dies zu einer übermäßigen Aufnahme von leeren Kalorien bei einem gleichzeitigen Mangel an Nährstoffen und Spurenelementen. Die Folge ist eine Gewichtszunahme und gleichzeitige Mangelernährung.

Leider müssen sich Puddingvegetarier eher dafür rechtfertigen, sich überhaupt vegetarisch zu ernähren: Fleischesser attestieren ihnen dann fälschlicherweise, dass sich der Mineralstoffmangel und die Gewichtszunahme alleine auf die fleischlose Ernährung zurückführen ließen. Doch das Gegenteil ist eigentlich der Fall: Vegetarier, die auf eine ausgewogene, vielseitige Ernährung achten, sind im Schnitt gesünder und schlanker als Fleischesser.

Vegetarisch leben
Vegetarisch leben

Fazit: Warum sollte ich vegetarisch leben?

Während religiöser Vegetarismus in anderen Erdteilen, etwa in der Karibik oder auf dem indischen Subkontinent, nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, haben Europäer meist andere Gründe für eine vegetarische Lebensweise.

So werden natürlich immer auch ethische Gründe ins Feld geführt oder ein regelrechter Ekel vor Produkten von Tieren aus der Qualzucht. Vor allem aber steht bei einer wachsenden Zahl von Vegetariern der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund. Durch den Verzicht auf Fleisch kann man das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, inclusive Schlaganfällen und Herzinfarkten, deutlich verringern.

Erwiesen ist außerdem, dass der Konsum von Fleisch Krankheiten wie Rheuma und Gicht zumindest befördern kann. Weitere gesundheitliche Aspekte, zum Beispiel in Bezug auf das Gehirn, das Hautbild oder die allgemeine Fitness, werden zumindest vermutet. Die Wissenschaft ist hier noch nicht am Ende ihrer Forschungen angelangt.

Allerdings darf auch nicht vergessen werden, dass auch Fleisch Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren liefert, oft sogar in einer hohen Bioverfügbarkeit. Diese Stoffe können also besonders gut vom menschlichen Körper aufgenommen und verarbeitet werden. Vegetarier sollten also unbedingt darauf achten, an dieser Stelle einen gleichwertigen Ausgleich zu haben. Andernfalls droht eine Mangelernährung, die schlimmstenfalls sogar gefährlich sein kann.

Einige wenige Menschen sind sogar auf den Konsum von Fleisch angewiesen, da ihr Körper wichtige Vitamine und Mineralstoffe aus der pflanzlichen Kost nicht verarbeiten kann.

Christina Koch

Schon viele Jahre beschäftige ich mich mit dem Thema Sport und gesunde Ernährung. Da durfte das Thema Kochen natürlich nicht fehlen. Diesen Blog habe ich als Sammlung für Rezepte gestartet. Dazu gebe ich Euch viele Ratschläge zu häufig gestellten Fragen zum Thema Kochen und backen, Küchenmaschinen und Kochgeräten. Außerdem findet ihr die neuesten Trends zum Thema Ernährung, Küche & Lifestyle.

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