Schnell Hefe selber machen – Rezept mit Schritt für Schritt Anleitung

Hefe schnell selber machen aus Bier, Mehl und Zucker über Nacht

Frische Hefe oder Trockenhefe benötigt man für viele Rezepte, wie Brot, Hefeteig, Pizza, Kuchen, Hefeklöße und so weiter. Schnell Hefe selber machen ist hier eine gute Alternative.

Im Jahr 2020 ist das preppen vom Spleen zur Normalität geworden. Preppen bedeutet, Nahrungsmittel für den Notfall zu lagern. Viele fangen jetzt auch wieder an ihr eigenes Brot zu backen und benötigen dafür natürlich Hefe.

Egal ob man sich häufiges einkaufen in Zeiten von Corona und Quarantäne sparen will oder ob man generell sehr experimentierfreudig ist, selbstgemachte Hefe ist eine Alternative zu der Gekauften. Sollten Sie länger ans Haus gebunden sein, müssen Sie aktive Hefe vorrätig halten. Für unser Rezept hat man in den meisten Haushalten die Zutaten schon vorrätig: Bier, Weizenmehl und Zucker.


Aufwand – Hefe selber machen

    Schwierigkeitsgrad: einfach

   reine Arbeitszeit: 5 min

   Gesamtzeit: 15h


Zutaten selbstgemachte Hefe

  • 100g Weizenbier (Zimmertemperatur oder etwas wärmer) in das Schraubglas einwiegen.
    Andere Biersorten sollen ebenfalls funktionieren, beschrieben uns Anwender. Wir hatten uns für Hefeweizen entschieden, weil hier von vorn herein die Hefe nicht heraus filtriert worden ist.
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 1 Esslöffel Weizenmehl Typ 405

Nährwerte

Nährwerte
Kalorien 96.6 kcal
Kohlenhydrate 15.1g
Eiweiß 1.3g
Fett 0.1g

Benötigtes Zubehör- Schnell Hefe selber machen

  • Waage
  • sauberes Schraubglas

Anleitung Hefe selber machen

Hefe sind Pilze und diese sind empfindlich, deshalb sollten alle Behältnisse mit  kochendem oder sehr heißem Wasser sterilisiert werden und sauber sein.

1Ein geeignetes Schraubglas oder Behältnis wie oben beschrieben säubern und sterilisieren. Bier in das Schraubglas einwiegen und Mehl und Zucker zugeben.

2Schraubglas verschließen und gut schütteln, bis Mehl und Zucker komplett im Bier gelöst und verteilt sind (ca. 1 Min). Das Schraubglas bei Zimmertemperatur ca. 15h, oder über Nacht, geschlossen stehen lassen.

Vor dem Verwenden der Bierhefe, schütteln Sie diese noch einmal kräftig durch.

Wichtig: Zum Einsatz der flüssigen Hefe, ersetzen Sie die Menge der Flüssigkeit( z.b. Milch oder Wasser) in ihrem Rezept 1 zu 1 mit der selbstgemachten Hefe.


Tipps und Tricks- Schnelle Hefe aus Bier, Zucker und Mehl

Bei dieser Zubereitungsart einer schnellen selbstgemachten Hefe entstehen wenig Gase. Man muss also vor explodierenden Behältnissen keine Angst haben.

Nach einer Gärungszeit von mindestens 15 Stunden, ist die selbstgemachte Hefe einsatzbereit. Wundern Sie sich nicht, wenn es weder blubbert noch sprudelt, das normal, wenn Sie auf diese Art schnell Hefe selber machen.

Nachfolgend beschreiben wir noch, wie sie die Aktivität der Hefe testen können und wie sie die selbstgemachte Hefe für ihr normales Rezept einsetzen.

Hefe kann man schnell selbst herstellen

Wie lange ist gekaufte Hefe haltbar?

Das durchschnittliche Mindesthaltbarkeitsdatum von Trockenhefe beträgt 2 Jahre. Trockenhefe sollte aber immer kühl und trocken gelagert werden.

Frische Hefe im Würfel ist nur wenige Tage bis zu einer Woche im Kühlschrank haltbar. Ungekühlt verliert frische Hefe meist innerhalb von zwei Tagen ihre Aktivität. Einmal geöffnet, muss sie kühl und trocken aufbewahrt werden. Im Kühlschrank kann die Trockenhefe bis zu 4 Monate, im Gefrierschrank bis zu 6 Monate aufbewahrt werden.

Hefe funktioniert normalerweise besser, wenn Sie sie vor der Verwendung auf Zimmertemperatur bringen.

Eigene Hefe schnell herstellen

Wenn Sie nicht in ein Lebensmittelgeschäft kommen können, um im Laden fertige Hefe zu kaufen, was ist dann die Alternative? Warum nicht schnell Hefe selber machen, indem Sie einen Hefeersatz gären lassen! Es gibt einige Methoden, die mehr oder weniger Erfolg versprechen und teilweise aber bis zu einer Woche dauern. Das Herstellen eigener Hefe mit Hilfe von Bier, ist meist eine Sache von wenigen Stunden.

Eigene Hefe aus Bier herstellen ist keine große Kunst und benötigt kein Laborequipment. Einige Dinge sollten Sie jedoch beim Hefe selber machen beachten.

Selbstgemachte Hefe verwenden

Haben sie erfolgreiche aktive flüssige Hefe produziert, können Sie nun für ihr Brot oder Hefeteig Rezept verwenden. Keine Angst vor dem Bier Geschmack, den wird man nicht im fertigen Produkt feststellen.

Beachten Sie, dass der Teig mehr Zeit als gewöhnlich benötigt, um aufzugehen. die selbst hergestellte flüssige Hefe besitzt in der Regel weniger Triebkraft. geben Sie also nicht zu schnell auf und planen Sie mehr Zeit zum Gehen des Teiges ein.

Die auf diese Weise gewonnene Hefe entspricht ca einem Würfel Hefe. Sollten Sie sie nicht sofort verwenden, ist sie bis zu zwei Monaten im Kühlschrank haltbar und Sie müssen nicht ständig frisch Hefe selber machen. Schütteln Sie das Glas regelmäßig durch, um Schimmelbildung zu vermeiden.

Hefe selber machen für Hefegebäck
Hefe selber machen für Hefegebäck

Wie kann ich testen, ob gelagerte Hefe noch aktiv ist?

  • Sterilisieren sie eine Tasse mit kochendem Wasser und schütten das Wasser anschließend weg.
  • Geben Sie in die Tasse ein Teelöffel Zucker und füllen mit 125ml heißem Wasser aus dem Wasserhahn (ca. 40-45°C).
  • Rühren Sie Ihre Trockenhefe ein, entweder einen 7g oder 2 Teelöffel granulierte Hefe.
  • Es dauert nur drei oder vier Minuten, bis die Hefe “aufwacht” und zu steigen beginnt. Nach zehn Minuten sollte die Oberfläche Ihres Hefe-Wasser-Gemisches eine schaumige Oberfläche haben.

Wenn das so ist, dann herzlichen Glückwunsch! Sie haben aktive Hefe! Sie sollte sofort verwendet werden. Die meisten Rezepte berücksichtigen die zum Gären der Hefe benötigte Flüssigkeit. Wenn dies bei Ihrem Rezept nicht der Fall ist, ziehen Sie 1/2 Tasse Flüssigkeit von Ihrem Rezept ab, wenn Sie die Hefe mit dieser Methode gären lassen.

Eine gute Methode, um festzustellen, ob Ihre Hefe ausreichend gestiegen ist, ist die Verwendung eines durchsichtigen Messbechers, da sie hier das Aufsteigen der Hefe besser beobachten können. Wenn der Hefeschaum Komplett nach oben gestiegen ist, können Sie loslegen. Wenn Ihre Hefe nicht ausreichend aufgegangen ist, ist sie nicht zum Backen geeignet. Am besten werfen Sie alles weg.

Flüssige Hefe weiter vermehren

Sollten Sie öfter Hefe benötigen, können Sie die Mengen aus unserem Rezept für selbstgemachte Hefe natürlich vervielfachen. Hat sich die Restmenge ihrer flüssigen Hefe auf ca. 100 ml verringert, können Sie diese einfach wieder vermehren. Die Aktivität der vorhandenen Häfen nützt Ihnen, schnell weitere Mengen Hefe herzustellen.

Hierfür fügt ihr einfach einen Esslöffel Zucker hinzu und füllt das Glas mit lauwarmen Wasser auf. Nun lasst ihr die aufgefrischte Hefe mindestens 10 Stunden bei Zimmertemperatur gären. Danach kann die flüssige Hefe wieder im Kühlschrank bis zur Verwendung aufbewahrt werden.

Was ist der Vorteil selbstgemachter Hefe?

Sie haben in der Hand, was sich in ihrer selbstgemachten Hefe befindet. Dies ist immer gegenüber industriell hergestellten Lebensmittel zu bevorzugen. Selbstgemachte Hefe ist ein natürliches Produkt und oft sogar besser bekömmlich als die gekaufte Hefe aus dem Supermarkt. Wir haben festgestellt, dass wir bei selbstgemachter Hefe viel weniger Blähungen und Verstopfungen nach Genuss des Hefeteigs oder Brotes verspüren.

Beachten Sie aber, dass während des care Prozesses der Hefepilze auch unerwünschte Mikroorganismen entstehen können. Person mit einem schwachen Immunsystem und Schwangere sollten zuvor Ihren Arzt fragen, ob sie Hefe selber machen und verwenden können.

Kommentare

  1. Das Rezept ist phantastisch. Ich habe das vorgestern erstmals zubereitet. Herzliche Grüße Fabian

    1. … das hört sich super an – für wieviel Menge Mehl ist diese Menge Flüssighefe gedacht? LG Moni

  2. Sehr schmackhaft, das muss ich ausprobieren. Mit besten Grüßen Meinolf

  3. Schmeckt nach mehr! Gute Idee Danke für diese tolle Rezeptsammlung und die wohlschmeckenden Rezepte Mit freundlichem Gruß Clarissa

  4. Ich werde morgen Abend dieses Rezept testen & freue mich schon sehr drauf!

  5. Wirklich wohlschmeckendes Essen. Gestern Mittag postwendend zubereitet. Danke schön für das Rezept. Mit freundlichen Grüßen Ida

  6. Nachtrag:
    Es gibt noch einige Brauereien, die ihre Weißbiere nicht pasteurisieren; die haben
    dann auch meisten ein kürzes MHD. 8 Monate Haltbarkeit stehen im Widerspruch
    zur Natürlichkeit des Bieres an sich. Bier ist eigentlich ein Frischeprodukt und keine
    Lagerware. Bier gehört permanent KALT (<9°C) gelagert und nicht in den Küchen-
    schrank.
    Hefen von Weißbieren wie Schneider oder Ayinger lassen sich "strippen", sind
    für solch ein Vorhaben verwendbar. Aber auch hier zählt, je frischer das Bier
    (also je weiter das MHD in der Zukunft liegt), desto besser und/oder wahrscheinlicher
    ist der Erfolg damit eine Gärung in Gang zu setzen.

  7. Die meisten Hefeweizenbiere sind eben pasteurisiert und damit ist die hefe
    getötet worden. Ich unterlasse es jetzt mal hier, mich über die Schandtaten
    von Erdinger und Co auszulassen nur so viel: Jedes Weizenbier ist obergärig
    und viele Brauereien filtrieren ihr Weizenbier kristallklar und pasteurisieren
    es anschließend. Da es der Kunde aber naturtrüb haben möchte (Marketing),
    wird schlussendlich noch eine UNTERgärige Lager(Pils-)bierhefe hinzugefügt.
    Die untergärige Hefe flockt besser und setzt sich nicht so schnell ab. Daher
    muss man heute bei den meisten Weizenbieren auch die Hefe nciht mehr
    aufschütteln, da sie eh monatelang in der Schwebe bleibt. Das alles nennt
    sich dann Reinheitsgebot (Lügengeschichte).

    Grüße

    Der Biermensch

  8. Wie lange ist es im Kühlschrank verwendbar? Vor allem, da man es ja vermehren kann?

    1. So wie es im Text steht: “Frische Hefe ist nur wenige Tage bis zu einer Woche im Kühlschrank haltbar.”

  9. Der Test für aktive Hefe hier, ist nur für Trocken- bzw. Hefewürfel? Oder auch für die selbsthergestellte aus dem Weißbier? Wie teste ich ob z.B. nach 24h nun mein “Bier-Zucker-Mehl-Sud” aktiv ist?

  10. Leider hat es bei mir nicht geklappt, trotz sorgfältiger Vorbereitung ,wie beschrieben, exaktem Messen und gutem Tannenzäpfle Weizenbier. Ich habe keine Ahnung warum es nicht funktioniert hat.

    1. Meine erste Mutmaßung in dieser Thematik ist mal, dass in Weizenbier meist ( MEIST – nicht immer ) – obergärige Hefe enthalten ist. Mit dieser würde es theoretisch funktionieren, aber – wenn man eine Flasche Weißbier öffnet, hält sich die Hefe immer am Grund des Bodens. Einfach 100gr. ausschütten kann demnach nicht funktionieren. Ich habe es jetzt folgendermaßen probiert…. 0.33 Flasche genommen, 230 abgeschüttet – die letzen 100 Gramm ( ml) richtig aufgeschüttelt und diese mit der vorher am Boden befindlichen Hefe verwendet. Läuft gerade, aber ich habe wenig Hoffnung, dass es funktioniert. Die meisten Brotback – Blogs schreiben – dass es nicht funktioniert. Alternativen, die sicher funktionieren sind Livieto Madre und Hefewasser ( beides ganz einfach herzustellen ) !

  11. Also ich habe es mit 100 ml flüssiger Hefe und zusätzlicher Flüssigkeit, damit ich die 250 ml Flüssigkeit für den Teig hatte und es hat leider nicht funktioniert, dann habe ich, weil ja eigentlich steht, 1:1 ersetzen mit 250 ml flüssiger Hefe versucht …aber auch das ist leider nicht aufgegangen… mische allerdings immer alle Zutaten zusammen und lasse den Teig dann gehen. Muss ich es mit der flüssig Hefe anders machen…

    1. Es liegt wirklich am verwendeten Bier. Scheinbar ist nicht in jedem Bier aktive Hefe vorhanden.

  12. Hey hab da mal eine Frage.
    Geht da auch normales Bier oder muss es Weizen sein?
    Grüße

    1. Da bisher nur von Erfolgen mit trübem Weizenbier berichtet wurde, haben wir immer nur das verwendet. Anderes Bier ist oft so stark filtriert, dass die vorhandene Hefe nicht ausreicht.

  13. wenn ich 200 0der 300 gr weizenbier nehme muss ich mehl und zucker auch verdoppeln oder dreifachen?

    1. Ganz genau. Immer alle Mengen um den gleichen Faktor anpassen.

  14. Hallo, ich habe es mit alkoholfreiem Weizenbier probiert. Hat leider nicht geklappt. Geht das nicht ohne Alk?

    1. Der Alkohol sollte keinen Einfluss haben. Allerdings sollte das Bier nicht zu arg filtriert und trüb sein. Auch andere Faktoren, wie zu hohe oder niedrige Temperaturen, unreine Gefäße etc. können die Vermehrung der Hefepilze verhindern. Eine Ferndiagnose ist da echt schwierig.

  15. Hey danke, das macht mir nun keine Kopfzerbrechen mehr für meinen Hefezopf ?

    Wie wird die Hefe vermehrt?
    Laut Aussage: “Hat sich die Restmenge ihrer flüssigen Hefe auf Zucker 100 ml verringert, … ”
    Ich habe doch nur 100ml bier in meinem Glas?

    “…Hierfür fügt ihr einfach einen Esslöffel Zucker hinzu und füllt das Glas mit lauwarmen Wasser auf.”
    Wie viel Wasser muss pro EL Zucker hinzu?

    1. pro 100ml Wasser, das hinzugefügt wird, 1 EL Zucker.
      Wenn Sie vorhaben, die Bierhefe weiter zu vermehren, sollten Sie natürlich von vornherein mehr ansetzen.
  16. Danke für das Heferezept. Nur zur Sicherheit eine Frage, bin nicht so in der Hefeteigproduktion geübt: Habe ich das richtig verstanden das ich wenn im Rezept eine Flüssigkeitsmenge von z.B. 200 ml angegeben ist ich dann in dem Fall die Zutaten Ihres Grundrezepts verdoppeln muss?
    Danke für die Antwort

    1. Hallo, nein nicht ganz: Sie ersetzen 100ml der Flüssigkeit durch die flüssige Bierhefe. Die anderen 100ml der Flüssigkeitsmenge geben Sie ganz normal hinzu,

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